Richtig gärtnern

Über die Daseinsberechtigung der Schnecken

Jedes Lebewesen erfüllt im Naturhaushalt wichtige Aufgaben, so heißt es in dem Buch von Wolfram Franke mit dem hoffnungsvoll stimmenden Titel „Der schneckenfeste Garten“. Schnecken etwa auch??? Das haben wir uns in diesem feuchten und schneckenreichen Sommer gefragt und sind dieser Frage nachgegangen.

Schnecken – Freunde und Helfer

Nacktschnecken im Komposthaufen (Copyright: Stefanie Wisshak)
Nacktschnecken im Komposthaufen (Copyright: Stefanie Wisshak)

Bei allem Ärger, den uns die schleimigen Kriecher machen – der Blick auf den Komposthaufen zeigt, dass da etwas Wahres dran sein könnte. Denn unermüdlich setzen Schnecken tote organische Masse um und tragen dazu bei, besten Dünger für das kommende Jahr zu produzieren. Doch wie wir zu unserem Leidwesen wissen, vertilgen diese ja auch lebendige Pflanzen ... darunter Gemüsepflanzen oder unsere geliebten Stauden. Auch hier konnten wir eine interessante Beobachtung machen: Vor allem schwache und kränkelnde Pflanzen ziehen Schnecken an. Ein robuster Salat etwa, der unter optimalen Bedingungen gedeiht, beherbergt zwar einige wenige Schnecken, die sich an ihm laben, aber es bleibt trotzdem genug für uns übrig – wenngleich das mit etwas mehr Arbeit für uns verbunden ist, wenn es ans Waschen geht. Noch eine weitere interessante Beobachtung haben wir gemacht: Unliebsame Kothäufchen von nächtlichen Gartenbesuchern, die wir nicht sofort entfernen konnten, hatten sich binnen weniger Stunden quasi in Luft aufgelöst. Tatsächlich haben wir später mit eigenen Augen gesehen, dass sich Schnecken auch über derart Unappetitliches hermachen. Ein ekliger Anblick zunächst; aber ohne dass wir auch nur zu Handschuhen und Mülltüte greifen mussten, war der Tierkot, der schädliche Bakterien, Pilze und Viren in sich bergen kann, feinsäuberlich vertilgt worden.

Kleine Gehäuseschnecke auf Kapuzinerkresse (Copyright: Stefanie Wisshak)
Gehäuseschnecke (Copyright: Stefanie Wisshak)

S'gibt sodde ond sodde

Sie sind also doch gar nicht so schlecht, die kleinen Plagegeister, die mitunter sogar wunderschön anzusehen sind. Es gibt viele verschiedene Arten zu unterscheiden, darunter sind auch solche, die nicht ganz so viel Schaden anrichten. So etwa der Tigerschnegel, der zudem kleine Nacktschnecken und Eigelege anderer Arten frisst. Auch Gehäuseschnecken sind in der Regel nicht ganz so gefräßig.

 

Doch wie können wir als Gärtner mit Schnecken eine gute Beziehung führen? Indem wir wissen, mit wem wir es zu tun haben!

Wissen ist Macht

Weinbergschnecken bei der Paarung (Copyright: Stefanie Wisshak)
Weinbergschnecken bei der Paarung (Copyright: Stefanie Wisshak)

Ein naturnaher Garten bietet Schnecken mehr als nur angebautes Gemüse und Blumen. Sie können diese zum Beispiel mit einem eigenen Komposthaufen von Ihren Beeten weglocken. Richtig gießen, kräftiges und gesundes Pflanzenwachstum sowie Schutzmaßnahmen in Form einer geeigneten Mulchdecke wie etwa Schafwolle (siehe dazu den Beitrag zum Mulchen im Archiv von "Richtig gärtnern") oder einer unüberwindlichen Barriere sind wichtige Faktoren für einen schneckenfesten Garten.

Anstatt Schnecken mit brutalen Methoden zu killen, sollten Sie deren natürlichen Feinde wie Igel, Amseln, Laufkäfer oder Erdkröten fördern. So entsteht ein ausgewogenes Gleichgewicht und Sie tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Copyright: BLV Buchverlag
Copyright: BLV Buchverlag

Anlocken und Wegbringen ist mühsam, aber effektiv, vor allem, wenn es vor der Paarungszeit und Eiablage stattfindet. Zudem hält es uns fit, wenn wir abends noch eine Runde durch den Garten drehen und anschließend einen kleinen Spaziergang in die freie Natur unternehmen ... Wissenschaftlern zufolge, so ist Frankes Buch zu entnehmen, reicht bereits ein Abstand von 20 m zum Garten, um sie an der Rückkehr zu hindern. Wir würden aber auf Nummer sicher gehen; und außerdem möchte man sich ja nicht mit dem Nachbar anlegen ...

 

Mit dem informativen Buch, das im BLV Buchverlag erschienen ist, können Sie Ihr Wissen rund um Schnecken vertiefen.

 

Stöbern Sie auch gerne in unserem Archiv. Dort finden Sie alle Themen, die bisher unter der Rubrik "Richtig gärtnern" zu lesen waren.

Beiträge im Archiv:

  • Bienen: Warum es ohne sie nicht geht
  • Mischkultur im Garten
  • Insekten einen Lebensraum anbieten
  • Mulchen – Schutz und Dünger in einem
  • Vom Umgang mit Samen und Jungpflanzen
  • Gründüngung
  • Impulsive Natur
  • In den Startlöchern ...
  • Keine Angst vor Schnee
  • Der Garten im Herbst
  • Der Naturgarten
  • Die Eisheiligen – Jedes Pflänzchen zur rechten Zeit

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Bis 04.09.2021

Montag bis Samstag:

von 8:30 bis 12:30 Uhr

Vom 06.09 bis 30.09.2021

Montag bis Freitag:

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Samstag: von 8:00 bis 12:30 Uhr


 

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Letzte Aktualisierung: September 2021

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